{"id":1560,"date":"2019-02-14T00:20:10","date_gmt":"2019-02-13T22:20:10","guid":{"rendered":"http:\/\/fkrwt.de\/cms\/?page_id=1560"},"modified":"2019-02-14T00:20:59","modified_gmt":"2019-02-13T22:20:59","slug":"bindung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/fkrwt.de\/cms\/die-kita\/bindung\/","title":{"rendered":"Bindung"},"content":{"rendered":"<p>Menschen haben das angeborene Grundbed\u00fcrfnis, intensive Gef\u00fchlsbindungen zu Bezugspersonen einzugehen. Meist sind die Eltern die ersten Bindungspersonen eines Kindes. Im ersten Lebensjahr beginnt das Kind, eine Bindung zu diesen ersten Bezugspersonen aufzubauen.<\/p>\n<h6><span style=\"font-family: Times New Roman,Times New Roman; font-size: large;\"><strong>In bindungsrelevanten Situationen<\/strong> (<em>z. B. <\/em><\/span><em><span style=\"font-family: Times New Roman,Times New Roman; font-size: large;\">Trennung von der Bezugsperson, innere oder \u00e4u\u00dfere Bedrohung, Angst, Schmerz, M\u00fcdigkeit<\/span><\/em><span style=\"font-family: Times New Roman,Times New Roman; font-size: large;\"><em>)<\/em> wird bei der Bindungsperson Zuwendung, N\u00e4he oder Schutz gesucht. Das Bindungsverhalten zeigt sich z. B. durch: <\/span><\/h6>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: Times New Roman,Times New Roman; font-size: large;\">\uf0b7 <\/span><i><span style=\"font-family: Times New Roman,Times New Roman; font-size: large;\">Nachlaufen <\/span><\/i><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Times New Roman,Times New Roman; font-size: large;\">\uf0b7 <i>Suchen <\/i><\/span><\/li>\n<li>\uf0b7 <i>Weinen <\/i><\/li>\n<li>\uf0b7 <i>Festklammern <\/i><\/li>\n<li>\uf0b7 <i>Protest <\/i><\/li>\n<li>\uf0b7 <i>Verzweiflung <\/i><\/li>\n<li>\uf0b7 <i>emotionaler R\u00fcckzug oder\u00a0<\/i><span style=\"font-family: Times New Roman,Times New Roman; font-size: large;\"><i>Resignation<\/i><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman,Times New Roman; font-size: large;\">In<i> diesen bindungsrelevanten Situationen ist es Aufgabe der Bindungspersonen dem Kind eine reale, emotionale Sicherheit zu vermitteln und feinf\u00fchlig auf das Verhalten des Kindes zu reagieren. Dieses feinf\u00fchlige Verhalten ist wichtig, damit zu dem Kind eine sichere Bindung aufgebaut wird. Zum feinf\u00fchligen Verhalten geh\u00f6rt:<\/i><\/span><\/p>\n<ul>\n<li>\uf0b7 kindliche Verhaltensweisen wahrnehmen<\/li>\n<li>\uf0b7 die Signale des Kindes richtig interpretieren<\/li>\n<li>\uf0b7 angemessen, prompt und altersentsprechend auf die kindlichen Bed\u00fcrfnisse reagieren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Durch dieses feinf\u00fchlige Verhalten der Bezugsperson erlebt das Kind Selbstwirksamkeit und entwickelt ein Gef\u00fchl der Selbstbestimmung. Erlebt das Kind wiederholt, dass nicht auf seine Bed\u00fcrfnisse eingegangen wird, erlebt es Wirkungslosigkeit.<\/p>\n<p>Das Kind verinnerlicht diese Reaktionen der Bezugspersonen auf sein Verhalten, das es in bindungsrelevanten Situationen zeigt. Ein inneres Arbeitsmodell (Bindungsmuster) entsteht. Das sp\u00e4tere Verhalten des Kindes ist daher zielgerichtet und beruht auf den genauen Erwartungen, wie die Bezugspersonen reagieren. Auch wenn die Bezugsperson weg ist, wirkt dieses Arbeitsmodell. Das Arbeitsmodell legt fest, in wie weit jemand in Beziehungen N\u00e4he und Sicherheit erwartet und zul\u00e4sst. Diese Bindungsmuster sind sehr stabil und nur im Laufe des Lebens ver\u00e4nderbar.<\/p>\n<p>Nur durch eine sichere, emotionale Bindung ist Bildung m\u00f6glich. Erlebt ein Kind eine innere Grundsicherheit, kann es die Umwelt erkunden (explorieren), Neues ausprobieren, an seine Grenzen gehen und seinem Forscherdrang nachgehen. Dieses Explorationsverhalten ist wichtig f\u00fcr das Lernen und dadurch f\u00fcr die kindliche Entwicklung. Je sicherer eine Bindung ist, desto besser werden die kindlichen Grundbed\u00fcrfnisse abgedeckt und desto bessere M\u00f6glichkeiten hat das Kind zu lernen.<\/p>\n<p>Beim Wechsel zwischen dem Bindungsverhalten und dem Explorationsverhalten ist die Bindungsperson die sichere Basis. Erlebt das Kind Sicherheit und f\u00fchlt es sich wohl, so ist das Bindungsbed\u00fcrfnis befriedigt, das Explorationsbed\u00fcrfnis kann aktiviert werden, das Kind kann lernen und sich entwickeln. Erlebt das Kind Unsicherheit und f\u00fchlt sich nicht wohl, beispielsweise in einer unbekannten Umgebung oder wenn es innere oder \u00e4u\u00dfere Bedrohung erf\u00e4hrt, so wird das Bindungsverhalten aktiviert, das Kind braucht emotionale Unterst\u00fctzung, das Explorationsverhalten kann nicht aktiviert werden.<\/p>\n<p>In der Rolle als Erzieher\/innen sind wir weitere Bindungspersonen, die jedoch den ersten Bindungspersonen (den Eltern) untergeordnet sind. Daher ist es unser Ziel, zu den Kindern eine sichere Bindung aufzubauen, damit ihr Bed\u00fcrfnis nach Sicherheit gedeckt ist und die Kinder die M\u00f6glichkeit haben, sich zu entwickeln und zu lernen. Auch die R\u00e4umlichkeiten werden entsprechend gestaltet, damit sich die Kinder wohl f\u00fchlen und sich entwickeln k\u00f6nnen. Dabei ist es wichtig, dass den Kindern bei \u00dcberg\u00e4ngen, wie der Eingew\u00f6hnung, Zeit gegeben wird, eine Bindung zu den Erzieher\/innen aufzubauen. Das Kind sucht sich dabei zun\u00e4chst selbst die erste Bezugsperson aus. Die Bindungsqualit\u00e4t zu den Eltern bleibt dennoch bestehen. Wir achten darauf, dass ein Wechsel von Bezugspersonen m\u00f6glichst vermieden wird und dass sich Zeit f\u00fcr jedes Kind genommen wird. Auch der Wechsel zwischen U3 und \u00dc3 wird langsam gestaltet und begleitet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Menschen haben das angeborene Grundbed\u00fcrfnis, intensive Gef\u00fchlsbindungen zu Bezugspersonen einzugehen. Meist sind die Eltern die ersten Bindungspersonen eines Kindes. Im ersten Lebensjahr beginnt das Kind, eine Bindung zu diesen ersten Bezugspersonen aufzubauen. In bindungsrelevanten Situationen (z. B. Trennung von der Bezugsperson, innere oder \u00e4u\u00dfere Bedrohung, Angst, Schmerz, M\u00fcdigkeit) wird bei der Bindungsperson Zuwendung, N\u00e4he oder Schutz gesucht. Das Bindungsverhalten zeigt sich z. B. durch: \uf0b7 Nachlaufen \uf0b7 Suchen \uf0b7 Weinen \uf0b7 Festklammern \uf0b7 Protest \uf0b7 Verzweiflung \uf0b7 emotionaler R\u00fcckzug oder\u00a0Resignation In diesen bindungsrelevanten Situationen ist es Aufgabe der Bindungspersonen dem Kind eine reale, emotionale Sicherheit zu vermitteln und feinf\u00fchlig auf das Verhalten des Kindes zu reagieren. 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